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Was uns am Herzen liegt

Diversität

Die Energiewende braucht mehr Diversität!

Liebe fei Community, heute möchten wir über ein Thema sprechen, das uns sehr am Herzen liegt: Vielfalt in der Energiewende.

(Noch zu wenig) Diversität in der Energiewende

Als Energiegenossenschaft arbeiten wir ganz vorne mit an der ökologisch-sozialen Transformation. Erneuerbare Energien allein reichen nicht, wenn etablierte Eigentums- und Machtstrukturen unangetastet bleiben. Wir erleben tagtäglich, dass in der (genossenschaftlichen) Energiewirtschaft –  ebenso wie in vielen anderen Bereichen – Diversität oft Fehlanzeige ist. Dies äußert sich beispielsweise an der geringen Quote von Frauen.

Wir Frauen haben aktuell kaum Führungspositionen in Genossenschaften. In den circa 1400 deutschen Energiegenossenschaften sitzen in Vorständen und Aufsichtsräten nur 10% Frauen, wobei das Alter der Männer oftmals über 50 liegt. Auch wir haben in einem 6-köpfigen Vorstand nur eine Frau und in einem ebenso großen Aufsichtsrat nur 2 Frauen. Hier gibt es noch viel aufzuholen! Denn Fakt ist: Diversität ist nicht nur extrem bereichernd, sondern auch eine Frage von Fairness und Geschlechtergerechtigkeit. Wir wollen dazu beitragen, dass die Energiewende nicht nur einen ökologischen, sondern auch einen sozialen Fortschritt mit sich bringt. Denn ein diverses Team bringt neue Perspektiven und Ideen hervor und schafft somit eine gerechtere, inklusivere Energiewende.

Eigene Erfahrungen

Als Vorständin habe ich diesen Weg selbst erlebt und möchte Euch meine anfänglichen Zweifel schildern: Anfangs war ich mir unsicher, ob ich dem Vorstandsamt gewachsen bin. Denn auch mir fehlte durch die vorherrschenden Machtstrukturen in unserer patriarchalen Gesellschaft das notwendige Selbstvertrauen, um in einer klar männerdominierten Branche Verantwortung zu übernehmen. Und auch jetzt, fast 2 Jahre später, muss ich immer noch lernen, mir und meinen Fähigkeiten zu vertrauen. Das ist nicht immer einfach. Zum Glück habe ich ein bestärkendes Team, was mich dabei unterstützt. Es ist mir wichtig, FLINTA*-Personen1 als Gestalter:innen der Energiewende sichtbar zu machen und ich wünsche mir, dass wir mehr werden, die leitende und gestaltende Positionen in der Energiewende übernehmen!

Es geht also nicht nur darum, strukturelle Hürden abzubauen, sondern auch innere Hemmnisse, die durch unsere patriarchale Sozialisierung entstanden sind. Wir glauben fest daran, dass Frauen eine entscheidende und unverzichtbare Rolle in der Energiewende spielen, da sie Teil des Aufbruchs sind und Themen mitdenken, die früher allzu oft unter den Tisch gefallen sind.

Andere Frauen in der fei

Marina, eine unserer Aufsichtsrätinnen, ermutigt andere Frauen dazu, sich aktiv einzubringen: „Seit dem Studium bin ich geprägt, unterrepräsentiert zu sein in Sitzungen und Ausschüssen. Mich hat das nie recht bedrückt, aber ich kenne einige Frauen, die das stark nervt. Wenn man tatsächlich nicht zum Zuge kommt oder sogar aus Gremien ausgeschlossen wird, weil man Frau ist, dann ärgert mich das auch gewaltig; an chauvinistisches Gehabe (meist von alten weißen Männern) habe ich mich längst gewöhnt, die meisten sind einfach so aufgewachsen und können nichts dafür – rede ich mir dann oft ein, obwohl jeder Mensch die Wahl hat, wie er mit seinen Mitmenschen umgeht. Ich rate anderen Frauen, die sich für eine aktive Beteiligung an der Genossenschaft interessieren: Einfach (mit-)machen, jede:r kann sich einbringen! Wir Frauen tendieren immer dazu uns in die 2. Reihe oder hinten einzugliedern – einfach mal bewusst vorne hinstellen! Das kann die Perspektive enorm verändern – von einem selbst aber auch von dem Gegenüber.“

Christina, eine weitere Aufsichtsrätin, betont: „Erneuerbare Energieprojekte sind erfolgreicher, wenn Frauen beteiligt sind, das ist wissenschaftlich belegt. Sie haben eine größere Reichweite und es werden nachhaltigere Maßnahmen entwickelt. Die Klimakrise auf der anderen Seite ist nicht geschlechtsneutral, Frauen sind davon stärker betroffen. Daher ist es unverzichtbar, dass Frauen sich in allen Bereichen dazu einbringen, gehört werden und mitentscheiden!“

Wir sind überzeugt: Teilhabe und Mitbestimmung unterschiedlichster Menschen sind nicht nur wichtig, sondern unverzichtbar für den Erfolg der sozial-ökologischen Transformation. Frauen bringen eine Vielfalt von Kompetenzen mit, die für die Energiewende unerlässlich sind. Sie sind und müssen aktive Treiberinnen und Gestalterinnen der Energiewende sein, auch im genossenschaftlichen Bereich. Lasst uns gemeinsam die Energiewende vorantreiben, denn zusammen können wir eine nachhaltige Zukunft für uns alle schaffen!

Auch Du kannst mitmachen!

Du bist eine Frau und möchtest dich engagieren? Melde dich gerne bei uns, wir freuen uns sehr, dich kennenzulernen! Schreib uns auch gerne, was Du über diesen Blogbeitrag denkst.

 

Liebe Grüße, Stefanie für das fei Team

1 FLINTA* steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, transgeschlechtliche, agender Personen und Alle, die sich den nicht zugehörig, aber aufgrund ihrer sexuellen bzw. geschlechtlichen Identität dennoch diskriminiert fühlen.